Vom Excel-Chaos zum Wachstumshebel: Warum dein PIM der Maschinenraum im E-Commerce ist

Product Information Management

Wer im E-Commerce wächst, kennt den Moment: 100 Artikel werden zu tausend, aus einem Kanal werden fünf – und plötzlich wird das Excel-Sheet zur echten Wachstumsbremse. Norbert Weckerle, CEO bei apollon und PIM-Experte aus über zehn Jahren Projekterfahrung, erklärt im „E-Commerce x ERP Playbook“ von bob, warum ein PIM-System weit mehr ist als ein Datenlager – und was es wirklich braucht, damit Produktdaten zum Wettbewerbsvorteil werden.

Wenn Wachstum zur Wachstumsbremse wird

Das Szenario kennt fast jeder im E-Commerce: 100–200 Artikel, Product Market Fit erreicht, das Business läuft. Dann kommt die Skalierung – neue Märkte, weitere Kanäle, explodierende Produktvarianten. Plötzlich erstickt ihr in Excel-Tabellen. Die manuelle Pflege frisst Zeit, inkonsistente Produktdaten verwirren Kund:innen, und bei jedem neuen Marktplatz bricht kalter Schweiß aus. International expandieren? Ohne saubere Übersetzungen unmöglich. Amazon braucht andere Texte als euer Shop, Otto will spezielle Attribute – jeder Kanal eine andere Wahrheit.

Hinzu kommen neue regulatorische Anforderungen wie der digitale Produktpass für Textilien – Pflichten, die ohne ein zentrales System schlicht nicht skalierbar erfüllt werden können. Norbert Weckerle kennt diesen Kipppunkt aus hunderten Projekten: „Man muss die operative Effizienz ab einem gewissen Zeitpunkt steigern, sonst kommt man da an der Stelle nicht mehr weiter.“ Und weiter: „PIM oder ERP – das sind keine Werkzeuge, um den Status quo zu verwalten. Sie sind der Schlüssel zur Skalierung.“

ERP und PIM: Kein Kampf der Systeme – sondern Teamarbeit

Ein häufiges Missverständnis: PIM und ERP konkurrieren nicht, sie ergänzen sich. Das ERP übernimmt die operative Kontrolle – Beschaffung, Lagerbestände, Preise, Aufträge. Das PIM kümmert sich um die semantische Kontextualisierung nach außen: Texte, Bilder, Attribute, Übersetzungen – konsistent aufbereitet und kanalspezifisch ausgespielt. „PIM und ERP sind keine konkurrierenden Systeme, sondern arbeiten am Ende des Tages Hand in Hand“, stellt Norbert klar.

In der Praxis bleibt das ERP in 80 % der Fälle die Stammdaten-Quelle für SKU, Grundpreise und Verfügbarkeiten. Das PIM übernimmt die mediale und semantische Anreicherung – und spielt diese Informationen kontextsensitiv an alle Touchpoints aus: vom eigenen Onlineshop über Amazon bis zum Printkatalog. Wer bidirektionale Schnittstellen aufbaut, macht aus der Einbahnstraße einen echten Daten-Highway.

Oft unterschätzt: Gut strukturierte Produktdaten machen euren Shop auch für KI-Systeme auffindbar. Viele Shopsysteme beschäftigen sich heute damit, wie ihre Infos in Large Language Models eingespeist werden. Ein gepflegtes PIM ist die Grundlage dafür – ein Wettbewerbsvorteil, der in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird.

Norbert Weckerle, CEO apollon
Norbert Weckerle
CEO der apollon

Hast du gute Produktdaten, kannst du gut verkaufen

Norbert nennt konkrete Zahlen aus der Praxis: 40 % schnellere Time-to-Market, 60 % weniger manuelle Pflegeaufwände, 25 % weniger Rückfragen im Kundenservice, 50 % weniger Retouren – und bei konsequenter Hyperpersonalisierung sogar 15–25 % höhere Conversion Rate. Der versteckte Hebel ist die Prozesseffizienz: die Zeit, die eure Teams für wichtigere Dinge gewinnen. Und wer jetzt investiert, spart bei der späteren Internationalisierung bis zu 50 % der Kosten. „An Prozesse denken, nicht in Tools“ – PIM ist kein IT-Projekt, sondern ein Change-Projekt mit kultureller Tragweite.

Was das Playbook noch abdeckt

Norberts Kapitel ist eines von sieben im „E-Commerce x ERP Playbook“ von bob. Weitere Expert:innen behandeln Themen wie ERP-Strategie und Auswahl, Shopify-Integration, Supply Chain & Forecasting, Logistik, Customer Service und Finance. Kein Buzzword-Bingo – sondern ehrliche Praxis-Insights von 12 führenden Expert:innen aus Online-Handel und Operations.

Jetzt das komplette Playbook sichern

Das E-Commerce x ERP Playbook gibt es kostenlos zum Download auf der offiziellen Landingpage von bob.