OMR 2026: Wenn der KI-Hype erwachsen wird
OMR Festival 2026
70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sechs Bühnen, 314 Masterclasses, früher ausverkauft als je zuvor — das OMR Festival war auch 2026 der Gradmesser für alles, was die digitale Wirtschaft gerade bewegt. Wir waren als Besucher in Hamburg dabei.
Was uns an den offiziellen Festival-Zahlen am meisten überrascht hat, ist nicht die schiere Größe, sondern die Dichte: Rund 30 Prozent der Gäste kamen aus der C-Suite oder dem Director-Level, drei von vier DAX-100-Unternehmen waren vertreten, und mit 21 Prozent internationalen Gästen war das Publikum so global wie noch nie. Wer wissen will, womit sich Entscheiderinnen und Entscheider gerade wirklich beschäftigen, war hier richtig.
Und der bleibende Eindruck ist weniger ein einzelnes Highlight als ein Stimmungswechsel: Die Branche hat aufgehört, über künstliche Intelligenz zu staunen. Sie arbeitet jetzt damit. Drei Beobachtungen nehmen wir mit nach Hause — und alle drei haben direkt mit dem zu tun, woran wir bei apollon täglich arbeiten.
KI ist erwachsen geworden
Man musste sich nur die Hauptbühne ansehen: der Kopf von ChatGPT bei OpenAI, dazu Anthropic, DeepMind und Google — KI war 2026 nicht ein Thema unter vielen, sondern der rote Faden durch das gesamte Festival. Aber eben nicht mehr als Zukunftsmusik. Nick Turley von OpenAI beschrieb die nächste Stufe als „agentic“: KI, die nicht auf Befehle wartet, sondern selbst Prozesse anstößt.
Bemerkenswert war, wie nüchtern die Tonlage dabei blieb. Alma Lipa, Chief Digital and Marketing Officer DACH bei L’Oréal, brachte es auf den Punkt: „AI needs us, so we have to steer it.“ KI wandert von der Spielwiese in den Maschinenraum — und entfaltet ihren Wert genau dann, wenn Menschen sie mit sauberen, strukturierten Daten füttern. Eine KI, die Produkttexte schreibt, übersetzt oder Varianten für unterschiedliche Kanäle erzeugt, ist kein Gimmick mehr, sondern ein realer Produktivitätshebel — vorausgesetzt, die Datenbasis stimmt. Genau dort setzen wir mit OMN an.
Sichtbarkeit wird neu verteilt
Der zweite große Strang in Hamburg: Wie Menschen Produkte und Marken überhaupt noch finden. Die klassische Suchmaschinen-Logik verliert an Boden, KI-gestützte Suche legt rasant zu — von einem Vielfachen an Verweisen aus KI-Antworten gegenüber dem Vorjahr war auf mehreren Bühnen die Rede. Aus SEO wird GEO: die Optimierung dafür, in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Co. aufzutauchen.
Was viele dabei unterschätzen: KI-Systeme zitieren am liebsten das, was sie sauber verstehen. Vollständige, eindeutig ausgezeichnete und konsistente Produktinformationen sind damit kein „Nice-to-have“ der Datenpflege mehr — sie entscheiden mit darüber, ob ein Produkt in der KI-Antwort vorkommt oder eben nicht. Sichtbarkeit beginnt heute bei der Datenqualität — und damit bei einem zentralen, gepflegten Produktdatenbestand, wie ihn ein PIM liefert.
Weniger Tools, bessere Daten
Der dritte Punkt war der vielleicht ehrlichste. Über Jahre sind Marketing-Tech-Stacks immer weiter gewachsen. In Hamburg ging der Trend klar in die Gegenrichtung: konsolidieren statt sammeln, ein durchdachtes Fundament statt vieler Insellösungen. Die nüchterne Erkenntnis dahinter: Kein Tool der Welt — auch keine KI — repariert schlechte Daten. Wer unklare Prozesse, lückenhafte Informationen oder ein nicht tragfähiges Datenmodell hat, bekommt mit KI vor allem eines: schneller schlechte Ergebnisse.
„Gute Daten sind plötzlich Gold wert“ — dieser Satz fiel in Hamburg in vielen Varianten. Für uns bei apollon ist das keine Überraschung, sondern die Grundüberzeugung, auf der OMN aufbaut: ein zentraler, verlässlicher Ort für alle Produktinformationen, aus dem heraus jeder Kanal bedient wird — Online-Shop, Marktplatz, Katalog, KI-Anwendung. Genau dieses Fundament macht den Unterschied, ob KI im Marketing zum Hebel wird oder zum teuren Versprechen.
Was wir mitnehmen
Die OMR 2026 hat gezeigt: Die Aufregung um KI weicht einer pragmatischen Frage — wie macht man sie nutzbar? Die Antwort lag in Hamburg seltener in einem neuen Tool als in den Grundlagen: saubere Daten, klare Prozesse, ein belastbares Fundament. Drei Dinge, die unspektakulär klingen und trotzdem über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Für uns ist das Rückenwind. Produktkommunikation, die heute funktioniert, ist datengetrieben, kanalübergreifend und KI-fähig — und genau daran arbeiten wir mit unseren Kunden jeden Tag. Insofern war Hamburg für uns weniger ein Blick in eine ferne Zukunft als eine Bestätigung des Wegs, den wir ohnehin gehen.
Übrigens: Die OMR wächst weiter — 2027 wird sie erstmals ein dreitägiges Festival. Bis dahin ist aber noch reichlich Gelegenheit zum Austausch. Die nächste ergibt sich schon bald — dazu in Kürze mehr.