Smart Search im E-Commerce: Warum Deine Produktsuche ohne gute Daten scheitert
PRODUCT EXPERIENCE MANAGEMENT
Du kennst das Gefühl, wenn du einen Begriff bei Google eintippst und die ersten Treffer „sitzen“? Sekundenbruchteile entscheiden darüber, ob du bleibst oder abspringst. Genau dieselbe Erwartungshaltung bringen Kund:innen in deinem Shop mit. Wer „schwarze Laufschuhe 42“ eintippt, möchte nicht erst einen Katalog durchforsten, sondern sofort sichtbare Relevanz: passende Produkte, sinnvolle Filter, klare Unterscheidungen.
Stell dir deine Suche wie eine Bühne vor. Die Scheinwerfer, das Soundsystem, die Regler – das ist deine Suchtechnologie. Beeindruckend, leistungsstark, teuer. Aber ohne gutes Drehbuch und präzise Rollenbeschreibungen stolpern die Schauspieler über die Kulisse. Dieses „Drehbuch“ sind deine Produktdaten. Wenn sie lückenhaft, widersprüchlich oder unstrukturiert sind, kann die beste Technik nur improvisieren.
Was moderne Smart Search wirklich ausmacht, warum Produktdaten aus dem PIM die Basis sind – und wie du deine Suche von innen heraus verbessern erfährst du jetzt .
Was versteht man unter „Smart Search“ im Shop?
Unter Smart Search versteht man Suchfunktionen, die weit über das klassische „exakte Textmatching“ hinausgehen. Moderne Suchsysteme können zum Beispiel:
- Tippfehler erkennen und korrigieren („Sneker“ → „Sneaker“),
- Synonyme verstehen („Handy“ = „Smartphone“),
- Attribute berücksichtigen (Größe, Farbe, Material, Marke, Einsatzzweck),
- Relevanz gewichten (Bestseller, Verfügbarkeit, Marge, Klickverhalten),
- Facettensuche ermöglichen (Filtern nach Eigenschaften),
- Vorschläge während der Eingabe anbieten (Autosuggest, Autocomplete).
Auf dem Papier klingt das beeindruckend – in der Praxis entscheidet aber etwas anderes darüber, ob deine Suche als „smart“ wahrgenommen wird: die Qualität, Struktur und Vollständigkeit deiner Produktdaten.
Die harte Wahrheit: Deine Suche ist nur so gut wie deine Daten
Suchtechnologien sind im Kern Analysewerkzeuge. Sie analysieren Texte, Attribute und Strukturen – und versuchen, aus einer Suchanfrage die bestmögliche Antwort zu berechnen.
Typische Ursachen, warum die Suche trotzdem „schlecht“ wirkt:
- Unstrukturierte Daten
Titel, Beschreibung, technische Infos, Marketingtexte – alles steht in einem Feld. Die Suche kann nicht unterscheiden, was wirklich wichtig ist. - Fehlende oder inkonsistente Attribute
Bei einem Produkt ist „Farbe: schwarz“ gepflegt, beim nächsten steht es im Titel, beim dritten gar nicht. Filter funktionieren dadurch nur eingeschränkt. - Hersteller-Sprache statt Kundensprache
Intern heißt es „Art. 0815 – Modell XZ, Ausführung A“ – gesucht wird „wasserdichte Outdoor-Jacke“. - Unsaubere Kategorien
Produkte liegen in falschen Kategorien oder in zu vielen/zu wenigen Kategorien. Die Suche kann keine sinnvollen Facetten anbieten.
Die Folgen:
Abbrüche nach der Suche sind hoch – Conversionraten im Suchkontext bleiben niedrig.

PIM als Fundament: Wie Produktdaten Smart Search erst möglich machen
Ein PIM-System (Product Information Management) ist der Ort, an dem Produktdaten strukturiert, angereichert und qualitätsgesichert werden, bevor sie in Shop, Marktplätze, Kataloge und andere Kanäle fließen.
Für die Suche bedeutet das:
a) Klare Datenstruktur statt Textwüste
Im PIM werden Informationen getrennt gehalten:
- Titel
- Kurz- und Langbeschreibung
- Attribute (z. B. Größe, Farbe, Material, Einsatzzweck, Normen)
- Mediadaten (Bilder, Videos, Dokumente)
- Relationen (Zubehör, Ersatzteile, Alternativen, Bundles)
Suchtechnologien können Felder unterschiedlich gewichten (z. B. Titel > Attribute > Beschreibung), relevante Facetten ableiten und Treffer verständlich darstellen.
b) Konsistente Attribute und Filterlogik
Ein PIM sorgt dafür, dass:
- Attribute je Warengruppe einheitlich sind (bei allen Schuhen z. B. Größe, Farbe, Material, Passform),
- Werte standardisiert werden („schwarz“ statt „Black“/„schw.“),
- Pflichtattribute vollständig gepflegt sind, bevor ein Produkt live geht.
Damit schaffen Sie die Basis für saubere Filter, verlässliche Facetten und zielgenaue Ergebnislisten.
c) Synonyme und Kundensprache systematisch hinterlegen
Kund:innen denken anders als Hersteller.
Im PIM können Sie:
- Synonyme pflegen („Laufschuh“, „Running-Schuh“, „Jogging-Schuh“),
- branchentypische Begriffe abbilden,
- echtes Suchverhalten (Query-Logs) ins Datenmodell zurückspiegeln.
Die Suche entwickelt damit ein deutlich besseres Verständnis dessen, was die Eingabe bedeuten könnte.

Drei praktische Schritte, um deine Shop-Suche datengetrieben zu verbessern
Schritt 1: Suchdaten analysieren
- Welche Begriffe werden häufig eingegeben?
- Wo gibt es viele „0-Treffer“-Suchen?
- Welche Suchen führen zu Abbrüchen?
Ableitung: Welche Attribute/Kategorien/Synonyme fehlen? Welche Feldgewichtungen sind falsch?
Schritt 2: PIM-Datenmodell auf die Suche ausrichten
- Pro Warengruppe relevante Attribute für Suche & Filter definieren.
- Pflichtfelder festlegen (ohne sie kein Go-Live).
- Wertelisten standardisieren (Farben, Materialien, Anwendungsbereiche).
Schritt 3: Kontinuierliche Datenpflege mit klaren Prozessen
- Rollen klären (wer pflegt was?).
- Workflows etablieren (Neuproduktanlage → Anreicherung → Qualitätscheck → Freigabe).
- Qualitätsregeln und Dashboards nutzen (fehlende/inkonsistente Werte, Dubletten).
So wächst deine Suche mit dem Sortiment – statt über die Zeit zu „verstauben“.
KPI-Orientierung: Woran du Fortschritte messen kannst
- CTR in der Ergebnisliste (steigen relevante Treffer an Position 1–3?)
- Filter-Nutzung (werden Facetten verstanden und verwendet?)
- Zero-Result-Rate (sinkt die Quote ergebnisloser Suchen?)
- Conversionrate nach Suche (performt die Suche besser als die Gesamtsession?)
- Time-to-Product (Zeit von Suchanfrage bis Produktdetailseite)
Diese Kennzahlen lassen sich direkt auf Datenmaßnahmen zurückführen (z. B. neue Pflichtattribute, Synonympflege, verbesserte Kategorien).


Praxischeck: Typische Quick-Wins
- Bildleitfäden definieren (Hero-Bild, Detail, Kontext), damit Trefferlisten klarer wirken
- Produkttitel vereinheitlichen (Marke + Produkttyp + Kerneigenschaft + Variante)
- Farben/Größen normalisieren (einheitliche Werte, keine Freitexte)
- Synonymlisten aus Suchlogs generieren und gepflegt halten
- Kategoriestruktur verschlanken und Facetten dafür stärken
Fazit
Smart Search ist ein Datenprojekt – kein Plugin
Eine leistungsfähige Produktsuche entsteht durch das Zusammenspiel von:
- solider Suchtechnologie,
- sauber modellierten, gepflegten Produktdaten im PIM,
- klaren Prozessen und Verantwortlichkeiten.
Wer diese Ebenen zusammendenkt, verwandelt die Suche vom Frustfaktor zum Umsatztreiber – und liefert Kund:innen das, was sie erwarten: schnell, präzise und zuverlässig passende Produkte.
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